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Unser kleines Wein-ABC

Barriquewein
Der Barriquewein erhält seinen Namen durch den Ausbau im sogenannten Barrique. Das Barrique ist ein Weinfass, das aus luftgetrocknetem Holz (z.B. Limousin-Eiche) hergestellt wird. Es fasst in der Regel 225 Liter und weist ein feines Aromaspektrum auf. Die Holzauswahl, die Holzreifung und die Toastung haben eine deutliche Auswirkung auf die vom Fass an den Wein abgegebenen Aromen. Besonderes Kennzeichen von Barriqueweinen ist der intensive, zum Teil an Vanille erinnernde Holzgeschmack.

Edelfäule
Edelfäule bezeichnet den Befall der Weintrauben mit dem Schimmelpilz Botrytis cinerea. Dieser durchwächst und perforiert bei warmem, feuchtem Herbstwetter die Schale. Das Wasser verdunstet, die Beeren trocknen ein und der Zuckergehalt steigt erheblich an. Die in den Trauben enthaltene Säure bleibt jedoch auf demselben Niveau. Wein mit dem Prädikat Auslese wird aus teilweise mit Edelfäule befallenen Trauben gewonnen, bei der Beerenauslese werden nur diese Beeren verwendet.

Kelterung
Ziel der Kelterung ist die Freisetzung des Saftes aus den Trauben. Dies erfolgt mit Hilfe der Kelter, heutzutage einer aus Metall bestehenden pneumatischen Tankpresse.

Maische
Unter Maische versteht man die zerquetschten, in der Regel abgebeerten Trauben. Aus dieser breiigen Masse aus Traubenmost, Beerenhaut, Fruchtfleisch und Kernen wird durch weitere Pressgänge in der Kelterstation der Most gewonnen. Bei der Rotweinbereitung wird die Maische oftmals auch direkt vergoren und dann erst der Jungwein abgepresst.

Most
Als Most wird unvergorener Traubensaft bezeichnet, der als Grundlage für die Weinbereitung dient. Bereits angegorener Traubenmost für den Direktverzehr wird auch Neuer Wein, Federweißer, Sauser oder Bitzler genannt.

Mostgewicht
Als Mostgewicht wird die Dichte („spezifisches Gewicht“) eines Mostes bezeichnet. Es lässt daher Aussagen über die wertbestimmenden, gelösten Inhaltsstoffe von Most zu (Zucker, Säuren, Mineralstoffe usw.). Angegeben wird diese Dichte in ° Oechsle, bestimmt wird sie mit der Mostspindel oder dem Refraktometer. Je höher das Mostgewicht, desto höher ist der Zuckergehalt und der zu erwartende Alkoholgehalt des Weines. Der Oechsle-Grad gibt an, um wie viel Gramm schwerer 1 Liter Most im Vergleich zu 1 Liter Wasser ist.

Bsp: 1 l Wasser wiegt 1000 g, die Dichte des Mostes beträgt 1080 g => das Mostgewicht des Traubensaftes beträgt 80° Oechsle.
Das Mostgewicht und damit die Konzentration der wertbestimmenden Inhaltsstoffe ist u. a. abhängig von der Rebsorte, vom Zeitpunkt der Traubenlese, den Wetterverhältnissen und den Standortbedingungen. Vorrangig dient es als Maß für den Reifegrad. Als Mindestmostgewicht wird es zur Bestimmung der Qualitätsstufen und Prädikate verwendet. Je nach Rebsorte und Anbaugebiet können für eine Qualitätsstufe verschiedene Mindestmostgewichte festgelegt sein.

Tafelwein 44 – 50° Oechsle
Landwein 47 – 55° Oechsle
Qualitätswein 51 – 72° Oechsle
Kabinett 70 – 85° Oechsle
Spätlese 78 – 95° Oechsle
Auslese 85 – 105° Oechsle
Beerenauslese/Eiswein 110 – 128° Oechsle
Trockenbeerenauslese 150 – 154° Oechsle

Rebsorten
Rebsorten bezeichnen Sorten der Weinrebe, die durch Rebenzüchtung und Selektion entstanden sind. Die Rebsorte ist entscheidend für den Grundcharakter eines Weines. Eine der bekanntesten Rebsorten für Weißwein ist der Riesling. Eine weitverbreitete rote Rebsorte ist der Spätburgunder.

Trester
Der Pressrückstand nach dem Keltern wird Trester genannt. Es handelt sich dabeium eine weitgehend entsaftete Mischung aus Beerenhäuten, Fruchtfleischresten, Kernen und ggf. Stängeln („Rappen“), die nach Vergärung zu Tresterbrand destilliert werden kann oder auch einen guten organischen Dünger im Weinberg darstellt.

Kabinett
Unterste Stufe der Prädikatsweine. Wird aus Trauben geerntet, die bei der Lese ein bestimmtes Mindestmostgewicht aufweisen: je nach Anbaugebiet und Rebsorte 70-85° Oechsle.

Spätlese
Nach Kabinett die nächsthöhere Stufe der Prädikatsweine. Wird aus vollreifen Trauben gewonnen, die in einer späten Lese geerntet worden sind und ein Mindestmostgewicht von 78 - 95° Oechsle haben.

Auslese
Die dritte Stufe der Prädikatsweine. Wird aus vollreifen, oft von Edelfäule befallenen Trauben hergestellt. Das Mindestmostgewicht beträgt 85-105° Öechsle. Ausleseweine schmecken meistens süß und haben eine elegante Reife.

Beerenauslese
Nächsthöhere Stufe. Für die Gewinnung werden nur edelfaule oder wenigstens überreife Beeren verwendet. Das Mindestmostgewicht liegt je nach Anbaugebiet bei 110-128° Oechsle. Charakteristisch ist die dunkelgelbe Farbe und eine meist hohe Restsüße bei niedrigem Alkoholgehalt.

Eiswein
Wird aus vollreifen Trauben gewonnen, die in gefrorenem Zustand geerntet und gepresst werden. Dadurch wird die Säure- und Zuckerkonzentration entsprechend hoch, so dass der Wein fruchtig frisch schmeckt. Das Mindestmostgewicht muss mindestens 110-128° Oechsle betragen.

Trockenbeerenauslese
Die höchste Prädikatsstufe. Weine werden aus ausgelesenen, weitgehend eingetrockneten und meist edelfaulen Beeren bereitet. Durch den Wasserverlust ist der Zuckergehalt groß. Der Mindestmostgehalt liegt bei 150-154° Oechsle. Der Alkoholgehalt ist gering, da der hohe Zuckergehalt die Gärung hemmt.

 

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